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Häufige Fellprobleme beim Pferd

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Foto: pirita / depositphotos.com

Wie beim Mensch ist auch bei einem Pferd die Haut das größte Organ des Körpers.

Sie besteht aus der Oberhaut (Epidermis), der Lederhaut (Dermis) und der Unterhaut (Hypodermis). Die Haarfollikel, aus denen das Fell gebildet wird, liegen in der Oberhaut.

Am Fell des Pferdes kann erkannt werden, ob es ihm gutgeht.

Ist das Fell glänzend und seidig, ist alles in bester Ordnung. Ist es hingegen matt und struppig oder hat das Pferd sogar kahle Stellen, liegt möglicherweise eine Erkrankung vor.

Im Folgenden werden einige Erkrankungen aufgezeigt, die an dem Zustand des Fells erkannt werden können. Informiert wird im Zuge dessen gleich über mögliche Ursachen.

Was das Pferdefell mit der Tiergesundheit zu tun hat

Das Fell des Pferdes schützt die Haut vor Hitze, starker Sonneneinstrahlung und vor Kälte. Für lästige Steckmücken, Bremsen oder Zecken wird es durch das Fell schwieriger, das Tier zu stechen.

Durch das Fett in den Talgdrüsen in der Oberhaut wird das Fell wasserabstoßend und schützt so die Haut vor Nässe.

Die Haut des Pferdes enthält Nerven und Drüsen, über die Pferde untereinander kommunizieren, indem Reize weitergeleitet werden.

Bei einem gesunden Pferd ist das Fell glatt und glänzend. Wenn es auf der Weide gehalten wird, kann sich Dreck darin festsetzen. Während des Fellwechsels verliert das Pferd vermehrt Haare. Hier hilft eine gute Fellpflege. Schmutz und Haarverlust allein sind also kein Hinweis auf eine Krankheit.

Kahle, runde Stellen, abgescheuerte Mähnen oder Schweife und blutige verkrustete Stellen im Fell können hingegen sehr deutliche Anzeichen für Fellprobleme sein. Sehen wir uns diese Punkte nun einmal näher an.

Pferd-Fell-Gesundheit

Foto: Wirestock / depositphotos.com

Kahle Stellen im Fell

Kahle, runde Stellen im Fell des Pferdes sind ein Hinweis auf einen Pilzbefall. Dieser tritt überall am Körper auf und verbreitet sich schnell. Das Fell an Stellen mit Pilzbefall fällt aus und es wachsen auch keine Haare mehr nach. Auf der freiliegenden Haut sind daraufhin netzartige Krusten zu erkennen, die ein Teil des Pilzes sind.

Wenn beim Pferd solch ein Befall festgestellt wird, muss eine strenge Hygiene eingehalten werden, da der Pilzbefall ansteckend ist. Decken, Gamaschen und Halfter sollten heiß gewaschen und dann desinfiziert werden. Damit werden die Pilzsporen reduziert. Jedes Gerät, das für das kranke Pferd verwendet wird, sollte nur für dieses allein verwendet werden. Nach Gebrauch muss es in heißem Wasser gesäubert und danach desinfiziert werden.

Menschen sollten nach dem Kontakt mit dem am Pilz erkrankten Pferd ihre Hände gründlich waschen und desinfizieren. Der Pilzbefall sollte zudem von einem Tierarzt untersucht und behandelt werden.

Glanzloses oder stumpfes Fell

Pferde, die in Außenhaltung gehalten werden oder sich öfter im Staub wälzen, haben ein stumpfes, glanzloses Fell. Diesem kann jedoch durch Striegeln und Waschen wieder Glanz verliehen werden. Ist jedoch Schmutz nicht die Ursache für stumpfes Fell, kann das Pferd an einer chronischen Stoffwechselerkrankung leiden.

Vor allem Leber- oder Nierenerkrankungen können ein stumpfes Fell verursachen. Die erkrankten Pferde sind oft sehr ruhig, fressen schlecht und verlieren an Gewicht. Leberprobleme sind oft an gelblichen Schleimhäuten und dicken Beinen bemerkbar. Das Tier sollte auf jeden Fall von einem Tierarzt untersucht werden. Eine Blutabnahme bei dem Pferd kann Hinweise auf die Art und Ursache der Erkrankung liefern.

Die Pferde werden mit Medikamenten behandelt und das Futter wird auf leicht verdauliches Futter umgestellt. Diese Maßnahmen und eine intensive Pflege des Fells können dem Pferd wieder zu gesundem, glänzendem Fell verhelfen.

Mauke beim Pferd

Wenn sich die Haut des Pferdes verdickt und Wunden mit Krusten das Fell in der Fesselbeuge des Pferdes verkleben, hat es wahrscheinlich eine bakterielle Hautinfektion, die Mauke. Die Haltung in matschigen Koppeln und in feuchten, nicht gut ausgemisteten Boxen ist für die Entstehung von Mauke bei Pferden verantwortlich.

Um die Krusten aus dem Fell zu entfernen, sollte die Fesselbeuge des Pferdes sorgfältig mit oder ohne Shampoo gereinigt werden. Außerdem werden die befallenen Stellen mit Zinkoxidsalbe oder einer Salbe mit ähnlichen Wirkstoffen behandelt. Diese Salben haben eine antibakterielle Wirkung und trocknen die Haut aus.

Die Fesselbeuge des Pferdes sollte nach dem Waschen gründlich abgetrocknet werden. Dauerhafte Feuchtigkeit fördert das Wachstum der Bakterien. Die Behandlung zusammen mit einer besseren, trockeneren Haltung des Pferdes verbessert meist auch das Fell.

Parasiten im Fell

Parasitenbefall erkennt man an kleinen verkrusteten Stellen, kahlen Stellen und Schuppen im unteren Bereich der Beine des Pferdes. Dabei handelt es sich oft um Milben. Vor allem Pferde mit vielen längeren Haaren an den Beinen sind anfällig für Parasiten. Zur Behandlung sollten die Haare abgeschnitten oder geschoren werden.

Pferde übertragen Milben leicht auf andere Pferde. Daher sollte auch in diesem Fall das Putzzeug und sämtliche Ausrüstung nur für das befallene Pferd allein benutzt werden. Milben lassen sich gut mit einem gegen Parasitenbefall wirkenden Mittel bekämpfen. Das Mittel ist beim Tierarzt erhältlich.
Die Beine des Pferdes sollten mit einem Abstand von zehn Tagen zwischen den Behandlungen wei- bis dreimal mit dem Mittel gewaschen werden, um auch die Eier der Milben abzutöten. Der Tierarzt kann den Besitzer genau über die Behandlung beraten.

Ekzem (tritt hauptsächlich im Sommer auf)

Ein Sommerekzem kann bei einem Pferd zu vermehrtem Scheuern der Mähne und der Schweifrübe führen. Diese stark juckende Erkrankung wird durch bestimmte Mücken ausgelöst und tritt vor allem im Sommer auf. Durch das Scheuern des Pferdes entstehen Scheuerstellen im Fell und manchmal auch blutige Wunden.

Im Handel sind schonende Mittel zur Fellpflege erhältlich, die die Haut geschmeidig halten. Ätherische Öle sollten nicht auf diese Stellen aufgetragen werden, da sie in den Wunden brennen. Tierärzte verordnen bei Sommerekzem ein entzündungshemmendes, kortisonhaltiges Medikament, das die Reaktion des Immunsystems abbremst und den Juckreiz lindert.

Zur Vorbeugung sollte das Pferd auf der Weide eine Fliegendecke mit Halsteil tragen, um die Mücken fernzuhalten.

Mögliche Ursachen für Fellprobleme

Wenn das normalerweise glatte und glänzende Fell eines Pferdes stumpf und struppig wird oder andere Probleme aufweist, kann es an den folgenden Ursachen liegen:

  • Die Ausrüstung wie der Sattel, die Decken oder die Gamaschen sitzen schlecht und scheuern.
  • Ältere Pferde haben oft Probleme mit dem Fellwechsel. Er dauert bei ihnen länger als bei jüngeren Pferden und kann auch später stattfinden.
  • Die Haut kann mit Bakterien (Räude oder Mauke) oder mit Parasiten befallen sein.
  • Vor allem, wenn Pferde dauerhaft auf nassen Flächen gehalten werden, können Hautpilze auftreten.
  • Das Pferd kann einer Stoffwechselerkrankung, wie Lebererkrankungen, Nierenerkrankungen oder Cushing (PPID) leiden.
  • Das Pferd kann eine nicht ansteckende Hautkrankheit wie Nesselsucht oder Sonnenbrand haben.
  • Das Pferd kann an Allergien (Kontaktallergien, Insektenallergien oder Sommerekzemen) oder Übersensibilität leiden. Darauf kann das Pferd mit einer Veränderung des Fells reagieren.
  • Auch bei starkem Wurmbefall kann es zu stumpfem, struppigen und glanzlosem Fell kommen.

Bei Fellproblemen, die durch Bakterien, Viren oder Parasiten verursacht werden, sollte die Ursache frühzeitig gefunden werden. Nur dann kann etwas dagegen unternommen werden und es kann verhindert werden, dass andere Pferde sich anstecken. Die befallenen Tiere sollten auf jeden Fall von einem Tierarzt untersucht und behandelt werden.