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Was Sie über Felllänge und -typ von Ihrem Hund unbedingt wissen müssen

Generell unterscheidet man beim Hund zwischen drei verschiedenen Felltypen. Die kann man aber nicht rein einer Rasse zuteilen, da ihre DNA nicht nur Haarwachstum, sondern auch die Beschaffenheit und die Lockenbildung beeinflussen. Einzig bei Hunden, die über Generationen hinweg ausschließlich reinrassig gezüchtet worden ist, kann man ein gleichbleibendes Fell erwarten. Nachfolgend tauchen Sie mit uns noch etwas tiefer in die Hunde Fellkunde ein.

Hunde-Fellkunde

Es sind drei Gene, die dabei einen Einfluss auf das Haar unserer lieben Vierbeiner haben:

  • FGF5, welcher das Haarwachstum (= die Länge) beeinflusst.
  • RSPO2, welcher für die Beschaffenheit (= Stärke, Dichte) zuständig ist.
  • Und KRT71, was darüber entscheidet, ob Locken gebildet werden.

Anhand dieser drei Faktoren erhält zum Beispiel ein reinrassiger Pudel ein feines, wolliges und dicht gekräuseltes Fell. Hinzu kommt dann noch die Genetik, welche die Fellfärbung bringt.

Lesen Sie hierzu auch: unsere Anleitung, um Ihren Pudel selber zu scheren.

Die drei verschiedenen Varianten vom Hundefell – welches benötigt welche Pflege? Hier ein bisschen Hunde Fellkunde

Es gibt im Grunde drei verschiedene Kategorien, in die sich das Fell unserer Hunde aufteilen lässt. Ihren Hund werden Sie ebenfalls in eine davon einordnen können.

Fellart Beschreibung Beispielrasse(n)
Einschichtiges Fell Wird einfach abgeschoren, wann immer es nötig ist. Pudel
Zweischichtiges Fell Besteht aus Deckschicht und Unterwolle, für diese Tiere werden statt einem Scherer eine spezielle Bürste mit Saugaufsatz und eine Schere genutzt. Shitzus, Golden Retriever
Dreischichtiges Fell Wird auch als Trimmfell bezeichnet. Auch hier kommt die Schere zum Einsatz, ausgefallene Einzelhaare werden direkt von der Haut abgezupft. Viele Terrier-Arten, Mops

 

Darüber hinaus profitieren wir in Zentraleuropa vom gleichbleibenden Klima. Dadurch wird es im Sommer nicht zu heiß und im Winter nicht zu kalt, sodass die Fellstrukturen sich im Laufe des Jahres nicht verändern. Dafür machen aber alle Hunde zumindest zweimal im Jahr einen Fellwechsel durch, und zwar im Übergang vom Frühling zum Sommer und vom Herbst auf den Winter. Beide Male braucht der Hund besonders viel Pflege, aber auch zusätzliche Vitamine in der Ernährung helfen ihm dabei, sein Immunsystem zu stärken. Immerhin arbeitet sein Körper zu diesen Zeiten auf Hochtouren.

Warum dürfen manche Hundefelle nicht mit dem Scherer bearbeitet werden?

Jede Fellart besitzt eine andere Struktur. Einzig das einschichtige Fell wird in seiner Struktur nicht zerstört, wenn es mit dem Scherer gekürzt wird. Bei allen anderen Fellen wäre dies aber der Fall und das führt am Ende dazu, dass die Haarpracht der Vierbeiner ihren gesunden Glanz verliert.

Da das Fell einer der aussagekräftigsten Faktoren ist, um zu erkennen, ob Ihr Liebling gesund und wohlauf ist, sollten Sie die richtige Pflege daher berücksichtigen.

Noch mehr Fellkunde: Welche Hunde haben ein einschichtiges Fell?

  • Kurzhaar: Bulldogge, Boxer, Dobermann
  • Langhaar und glatt: Malteser, Yorkshire Terrier
  • Langhaar und gelockt: Bichon Frisé, Pudel

Wussten Sie übrigens schon, dass diese Hunde allesamt aufgrund ihrer Fellbeschaffenheit nur wenig mit Haarverlust zu kämpfen haben? Natürlich ist der Pflegeaufwand trotz allem nicht zu unterschätzen, aber diese Tiere eignen sich selbst für Allergiker sehr gut.

Warum sollte ich die Fellpflege selbst übernehmen? Es gibt doch Hundesalons!

Hundesalons haben natürlich eine Daseinsberechtigung, aber es gibt einige Gründe, die dafürsprechen, dass Sie die Fellpflege Ihres Lieblings doch besser selbst übernehmen.

Viele Hundefrisöre nutzen einen Hebetisch, der dem eines Tierarztes sehr nahekommt. Der Hund kommt daher mit einem unguten Gefühl hinein und wird sich nicht besonders freuen, den Salon zu betreten.

In vielen Salons darf der Besitzer außerdem nicht mit hinter die Theke. Er muss entweder ein paar Minuten später wiederkommen oder in der Zwischenzeit in einem Wartebereich Platz nehmen. Das mögen einige Hundebesitzer nicht, von ängstlichen und nervösen Hunden ganz zu schweigen. Kaltschnauzer, die es nicht gewohnt sind, mit fremden Personen alleine zu sein, haben es hier mit einer sehr stressigen Situation zu tun.

Manche Tiere, besonders die älteren, benötigen zudem zwischendurch eine Pause. Wenn Sie die Schur selbst übernehmen, haben Sie darüber auch die Kontrolle und können die Nerven des Hundes zusätzlich schonen.

Da Sie obendrein mit Ihrer Apparatur nur Ihr Tier bearbeiten, haftet auch kein anderer Geruch daran.

Golden Doodle Face

Foto: alliecandice via Twenty20

Kann ich mit einer Schermaschine alle Bereiche meines Hundes kürzen?

Auch wenn die Schermaschine für Hunde für die meisten Fellteile geeignet ist, benutzen Sie am besten trotzdem für sensible Abschnitte eine sogenannte Effilierschere. Hierbei haben Sie eine Klinge, die mit einem Kamm versehen ist, außerdem sind ihre Spitzen abgerundet.

Diese Schere dünnt das Fell zusätzlich aus, sie eignet sich daher hervorragend, um den Gesichtsbereich kurz zu halten und ihm trotzdem eine fesche Optik zu verleihen. Auch die Pfoten sollten Sie damit bearbeiten, genauso wie den Bereich rund um den After. Hier wäre es unangenehm für das Tier, wenn eine vibrierende Maschine darüber gleitet. Baden Sie den Hund, bevor Sie diesen Bereich bearbeiten!

Möchten Sie auf diesen Effekt verzichten, reicht eine ganz normale Fellschere mit abgerundeter Spitze.

Vorsicht ist am Bauch von Weibchen geboten

Hündinnen haben mehrere Zitzen an ihrem Bauch, daher sollten Sie auch hier mit einer Schere arbeiten und den Scherer beiseitelegen. Nehmen Sie die Haare zwischen zwei Finger, um immer einen guten Abstand zu halten und schneiden entlang Ihrer Finger.

Auch im Gesicht immer den Finger-Abstand wahren

Dieser Tipp, die Haare zwischen die Finger zu nehmen, ist auch im Gesicht besonders hilfreich.

Kürzen Sie die Haare rund um Nase und Schnauze, bedecken Sie den Mund des Tieres mit Ihren Fingern. Hunde drücken ihre Nervosität durch Schlecken aus. Indem Sie verhindern, dass die Zunge unter die Klinge geraten kann, beugen Sie ungewollten Verletzungen direkt vor.

Hunde Fellkunde: Was muss ich über das Scheren vom Fell sonst noch wissen?

Eine komplette Schur ist nur selten notwendig, diese führen Sie immer dann durch, wenn das Fell vollständig verfilzt ist und das Kämmen zur schmerzhaften Prozedur wird.

Das Fell wird immer in Wuchsrichtung geschert. Sie beginnen am Körper, arbeiten sich von hier aus in Richtung Brust, Bauch und Beine voran. Der Scherkopf wird dabei eng am Körper geführt, aber Sie üben keinen Druck aus.

Die langen Barthaare des Hundes (auch Vibrissen genannt) schneiden Sie am besten gar nicht ab. Hierbei handelt es sich um wichtige Tasthaare. Es schmerzt den Vierbeiner zwar nicht, wenn die Haare gekürzt werden, aber sie verlieren damit eine wichtige Orientierungshilfe.

Vergessen Sie nicht, auch den Schweif immer mal wieder zu kürzen, sollte dieser viele Haare besitzen.